50 Jahre CSU Nagel

Bürgermeister Theo Bauer begrüßte zahlreiche Gäste: Staatssekretär a.D. Willi Müller, CSU-Landesgruppensprecher im Bundestag MdB Dr. Hans-Peter Friedrich, Landtagsabgeordneten Martin Schöffel, Bürgermeister Peter Berek (Bad Alexandersbad), Bürgermeister Ludwig König (Brand), stellv. Kreisvorsitzenden Oliver Weigel, Bezirks- und BWK-Geschäftsführer Reinhold Rott, die Vertreter der CSU-Ortsverbände Michael Galimbis (Bad Alexandersbad), Markus Thoma (Marktredwitz), Aaron Grimm (Wunsiedel), Wolfgang Doleschal (Brand, Landkreis TIR) und aus Mehlmeisel sowie die stellv. Bürgermeister und die Gemeinderatsmitglieder aus Nagel, Jugendbürgermeister Maxiimilian Döbereiner und die Vertreter und Vertreterinnen der Nagler Vereine und Verbände

Die Feier des 50-jährigen Gründungsjubiläums wurde zu einem echten Höhepunkt in der Geschichte des Nagler CSU-Ortsverbandes. Bürgermeister Theo Bauer begrüßte im bis auf den letzten Platz besetzten Saal des Gemeindezentrums zahlreiche Gäste aus Nagel, den Vereinen, umliegenden CSU-Ortsverbänden und Vertreter aller politischen Ebenen. Den Festabend umrahmte die Fichtelgebirgskapelle Ebnath mit zünftigen Blasmusikklängen.

 

Ortsvorsitzender Hans Schindler berichtete von den Anfängen, wesentlichen Stationen und Persönlichkeiten in der Geschichte des Ortsverbandes seit der Gründung vor 50 Jahren und über die vielfältigen Aktivitäten

 

Ortsvorsitzender Hans Schindler blickte zu Beginn der Feierstunde auf die Geschichte des CSU-Ortsverbandes zurück:

Es waren am 24. Januar 1960 22 Mitglieder, die den im Protokoll als 1. Vorsitzenden und Versammlungsleiter genannten Hans Scharf, (der „Gower“-Hans) Mühlbühl, in seinem Amt bestätigten. 2. Vorsitzender war Georg Schreyer, Nagel (ab 6. November 1960 Vorsitzender), Schriftführer Christoph Schindler, Mühlbühl und Kassier Georg Sticht, Nagel. Neben Hans Scharf werden in den Mitgliedsunterlagen von 1960 als „CSU-Altmitglieder“ genannt: Wilhelm Sticht, Pfr. Johann Rösch, Anton Söllner, Georg Steinkohl und Hans Unterburger. Zwei dieser Gründungsmitglieder –Hans König (zum See – der „graouß“ Hans) und Hans König (Sulzenlohe, der „kloi“ Hans, jetziger 3. Bürgermeister) konnten deshalb für über 50-jährige Mitgliedschaft im CSU-Ortsverband geehrt werden. Von der „offiziellen“ Gründung muss deshalb gesprochen werden, weil es schon wesentlich früher eine Gruppe von CSU-Mitgliedern und CSU-Anhängern gab, die auch im Gemeinderat im Namen und im Sinne der CSU auftraten. Nach den vorhandenen Unterlagen wurde Wilhelm Sticht als erstes Nagler CSU-Mitglied in der Münchner Kartei ab 30.06.1946 geführt. Somit könnte die Nagler CSU bereits nächstes Jahr das 65. Jubiläum ihrer ersten urkundlichen Erwähnung feiern.
Es zeugte von Mut und einem gehörigen Maß an Gemeinsinn, in einer Zeit schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen sich politisch zu betätigen und für die Werte der christlich-sozialen Weltanschauung einzutreten. Bewundernswert und anerkennenswert waren die Entschlossenheit, nach den leidvollen Erfahrungen wieder in eine Partei einzutreten, und die Chance zu nutzen, das neu entstehende Gemeinwesen von Anfang an aktiv mitzugestalten und in den Jahren des Wiederaufbaus weiter mit auszubauen.

Wurden in den Annalen bis 1960 auch nur Männer genannt, waren es sicherlich auch Frauen, die – wie in Nagel seit jeher üblich – eine nicht unbedeutende Rolle spielten. Die politische Diskussion in den Wirtshäusern und in den Gemeindegremien war meist und ist immer noch eher eine Domäne der Männer; doch sind die Frauen schon immer – nicht nur durch ihr stärker ausgeprägtes soziales Engagement - unverzichtbares und tragendes Element der Gesellschaft, mit oft wesentlichen Impulsen und beharrlichem Einsatz.

Da es ihm im Rahmen dieser Veranstaltung nicht möglich sei, auf die vielfältigen Verdienste einzelner im Lauf dieser über 50 Jahre einzugehen, dankte Schindler an dieser Stelle allen, die sich in irgend einer Form eingebracht oder „etwas getan“ haben, sehr herzlich für ihren Einsatz und ihre Unterstützung. Im Bürgermeisteramt (besonders durch Karl Pfauntsch und den nun seit 16 Jahren amtierenden Bürgermeister Theo Bauer), im Gemeinderat, in der Ausübung der Parteiämter, auch in überörtlichen Gremien, und durch vielfältigen Einsatz für den CSU-Ortsverband wurde Hervorragendes geleistet. Stellvertretend sei hier auch Georg Sticht (der „Lenzn“-Schorsch“) zu nennen, der bereits bei der Gründung das Amt des Kassiers übernahm und dann ab 25.02.1967 über 25 Jahre als Vorsitzender an der Spitze des Ortsverbandes stand. Zwischen 1987 und 1991 übten Peter Hilpert und Hans König das Vorstandsamt aus. 1997 übernahm mit Maria Schindler erstmals eine Frau den Vorsitz, den sie dann ab 1999 an meine Person übergab. Besonders lange in ihren Funktionen sind die amtierenden Werner Scharf als Kassier seit 30 Jahren und Hans Schindler (Fronweg) als Schriftführer seit 28 Jahren.

Seit nunmehr 27 Jahren - ohne Unterbrechung - gibt es in Nagel einen aktiven JU-Ortsverband. Genauso wie der CSU-Ortsverband gab es auch für die JU im Lauf der Jahrzehnte Höhen und Tiefen. Besonders schmerzlich für beide Verbände war der tragische Tod von Markus Daubner, der als langjähriger JU-Vorsitzender, Gemeinderat und zuletzt Fraktionsvorsitzender und auch stellvertretender CSU-Vorsitzender Aktivposten, Hoffnungsträger und jederzeit ein verlässlicher guter Freund war.

Neben politischen Veranstaltungen und Aktionen gab und gibt es in den letzten Jahren vielfältige Veranstaltungsformen, wie z.B. Neujahrsessen, Kinderfasching, Abendwanderung, Ferienaktionen oder das beliebte Erdäpfelfeuer für Jung und Alt. Alle zuständigen Vertreter und Vertreterinnen in Europa, im Bund, im Land und im Kreis waren und sind immer wieder in Nagel vor Ort und somit nahe an unseren Bürgern. Einige Momentaufnahmen und herausragende Ereignisse sind durch Fotos und Kopien dokumentiert, die an Stellwänden ausgestellt waren.

Eines gelang der Nagler CSU in all den Jahren leider nicht: der Einzug eines Mitglieds in den Kreistag. Nachdem unsere südlichen Nachbargemeinden gleich mit mehreren Landtagsabgeordneten und aktiven Kreistagsmitgliedern aufwarten können, sei es langsam an der Zeit. Immerhin hatten wir viele Jahre den „Landrat“ in unseren Reihen. Dieser anerkennende Ehrentitel von Hans Sticht ist inzwischen zum Hausnamen geworden. Weitere ähnliche Anekdoten belegen, dass Politik auch und besonders in Nagel nicht immer todernst betrieben wird.

Gestern wie heute werde das Engagement nicht durch partei-politische oder partei-taktische Überlegungen geprägt, sondern es stand und steht stets das Gemeinwohl im Mittelpunkt der Überlegungen, was auch die gute Zusammenarbeit in der Gemeinde über alle Parteien und Gruppierungen hinweg zeige. Konsequentes Eintreten für die eigene Position, aber auch das Respektieren von Entscheidungen seien unverzichtbare Elemente unserer Demokratie. Es sei immer im Auge zu behalten, dass man schon beim nächsten Problem auf die gegenseitige Unterstützung und die Sachkompetenz aller angewiesen ist.

Auch zur innerparteilichen Demokratie gehörten Diskussionen und das Ringen um Standpunkte; nur sie erhalten die Partei jung und lebendig.

Hans Schindler dankte allen Mitgliedern für ihren großen und erfolgreichen Einsatz und bat sie, sich auch weiterhin tatkräftig zu engagieren und den hohen Stellenwert der CSU in Nagel – abzulesen auch an den hervorragenden Wahlergebnissen für die CSU – weiter zu festigen und auszubauen. Die alle Altersgruppen repräsentierende Mannschaft der Nagler CSU – nicht zuletzt mit dem Parteinachwuchs von der Jungen Union – biete die Gewähr dafür, zusammen mit Bürgermeister Theo Bauer die Geschicke der Gemeinde Nagel auch in Zukunft verantwortlich und verantwortungsvoll mitzugestalten.

Dem Rückblick schlossen sich musikalische Darbietungen und Grußworte in lockerer Abfolge an.

Landtags-abgeordneter Martin Schöffel, mehrmals im Jahr in Nagel präsent, gratulierte zum Jubiläum und konnte vermelden, dass durch den gemeinsamen Einsatz mit Bürgermeister Bauer die Förderung für das Haus der Kräuter von 60 auf 80 Prozent angehoben worden sei.

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Dr. Hans-Peter Friedrich, (laut Dr. Beckstein „der wichtigste Mann der CSU in Berlin“) , ebenfalls regelmäßig „vor Ort“ in Nagel, erinnerte sich an seine erste Wahlkreis-wanderung 1998, die nach Hohenbrand und Reichenbach führte. Nach seinen Worten ist die CSU eine Volkspartei, die nicht durch Ideologien geprägt sei, sondern ihre politische Arbeit an den Grundsätzen der christlichen Verantwortung und Nächstenliebe ausrichtet.
Bürgermeister Peter Berek aus Bad Alexandersbad betonte die gute Zusammenarbeit in der Verwaltungsgemeinschaft, Oliver Weigel überbrachte die Glückwünsche des CSU-Kreisverbandes.

Unser verehrter Ministerpräsident a.D. Dr. Günther Beckstein bei seinem tiefgründigen, aber auch oft unterhaltsamen Vortrag zur Geschichte der CSU, ihren wesentlichen Werten und den aktuellen Problemstellungen in der Politik

Unter den Klängen des Bayerischen Defiliermarsches und anhaltendem Beifall zog der Festredner Ministerpräsident a.D. Dr. Günther Beckstein in den Gemeindesaal ein. In seiner kurzweiligen und doch tiefgründigen Rede spannte er einen Bogen von den schwierigen Gründungsjahren nach dem Krieg zu den Herausforderungen in unserer heutigen Gesellschaft. Die Gründung der CSU nach dem Krieg war damals etwas unglaublich Modernes. Es wurde eine Partei auf der christlichen Grundlage aller Konfessionen geschaffen. Die gemeinsamen christlich-abendländischen Werte sind Grundlage unseres Zusammenlebens und Basis für das Engagement in unserer Gesellschaft. Wer Hilfe von der Gemeinschaft braucht, der soll sie auch bekommen. Dies ist der Grundsatz unseres Sozialstaates oder des so genannten Subsidiaritätsprinzips. Dies heißt aber auch anders formuliert: „Wer sich selber nicht helfen kann, dem wird geholfen. Wenn jemand aber zu faul zum Arbeiten ist, heißt es nicht, dem helfen wir, sondern dem werden wir schon helfen, das Arbeiten zu lernen.“ Oder im Bereich des Ausländerrechts: „Asyl ja, wenn jemand Hilfe braucht, aber auch Abschiebung, wenn jemand Asyl ruft und Sozialhilfe meint.“ Zum Thema Toleranz: „Als Synodaler treffe ich z.B. auf dem Kirchentag auch Claudia Roth, zu der ich ein sehr gutes Verhältnis habe. Was sie sagt, ist zwar unsinnig, und wie sie es sagt, ist oft unerträglich. Aber ich schätze sie, weil sie ein echter Prüfstein dafür ist, das ich ein toleranter Mensch bin.“

„Auch wenn zwischen Bayern und Franken nicht immer und zu allen Zeiten die große Liebe bestand – am Ende des Krieges konnten wir Franken froh sein, zu Bayern zu gehören. Damit wurden wir nicht der sowjetischen Besatzungszone zugerechnet“. Mit dem Wirtschaftswunder schaffte Bayern die Verwandlung vom Armenhaus zum High-Tech-Land, zum Bildungs- und Chancenland Nr. 1 in Deutschland. Für den heutigen Bundespräsidenten Christian Wulff ist Bayern ein Fünf-Sterne-Land. Diese einzigartige Aufstiegsgeschichte sei untrennbar mit der CSU verbunden. In der Ära Goppel und Strauß wandelte sich Bayern zum Industriestaat, in der Ära Stoiber zum High-Tech-Land von Weltrang und zum sichersten Land weit und breit. Die Attraktivität des Lebens im ländlichen Raum müsse noch viel mehr dargestellt und weiter gesteigert werden: Lebendige Gestaltung der Ortskerne, Dorferneuerung, wohnortnahe Schulen, Arztpraxen und Krankenhäuser sind Schwerpunkte der Maßnahmen zur Stärkung und Unterstützung der Familien auf dem Land. Besonders für Franken und speziell für Oberfranken gibt es diverse Förderinitiativen und höhere Fördersätze. Die CSU achte ganz bewusst auf diese Balance. Natürlich müssen die Franken in München immer wieder Dinge klar stellen. „in München sind alle Weltbester. Die denken sogar, sie haben den besten Fußballverein, dabei ist der 1. FC Nürnberg viel erfolgreicher. Ich kann das beweisen: Der Club ist viel öfter aufgestiegen als die Münchner Bayern!“

Als Dankeschön überreichte Bürgermeister Theo Bauer dem ehemaligen Ministerpräsidenten einen Geschenkkorb mit Spezialitäten der Nagler Kräuterfrauen.

Zum Abschluss wurde unter den Klängen der „Fichtelgebirgskapelle Ebnath“ das Deutschlandlied und die Bayernhymne gesungen.

Für langjährige Mitgliedschaft wurden Hans Hofweller, der "kloi" Hans König (Sulzenlohe) und "der graouß" Hans König geehrt. Mit den Jubilaren freuten sich der Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag Dr. Hans-Peter Freidrich, Ministerpräsident a.D. Dr. Günther Beckstein, Ortsvorsitzender Hans Schindler, Bürgermeister Theo Bauer und Landtagsabgeordneter Martin Schöffel (von links)

Im Anschluss an die Veranstaltung folgte der Eintrag von Ministerpräsident a.D. Dr. Günther Beckstein in das Goldene Buch der Gemeinde Nagel. Im Hintergrund Ortsvorsitzender Hans Schindler, Bürgermeister Theo Bauer, Bundestagsabgeordneter Dr. Hans-Peter Friedrich, Staatssekretär a.D. Willi Müller, Landtagsabfeordneter Martin Schöffel

Zum feierlichen Abschluss intonierte „Fichtelgebirgskapelle Ebnath“ das Deutschlandlied und die Bayernhymne. Alle Anwesenden erhoben sich von ihren Plätzen und sangen recht textsicher mit.

Informationsaustausch und Diskussion am Rande: Bürgermeister Theo Bauer, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag Dr. Hans-Peter Friedrich, Ministerpräsident a.D. Dr. Günther Beckstein

Die Fichtelgebirgskapelle Ebnath unter der Leitung von Katja Kellner sorgte für die feierliche Umrahmung des Festabends.

Die Fichtelgebirgskapelle Ebnath in Aktion

Der Gemeindesaal war voll besetzt. Unser Ehrengast Dr. Beckstein war hocherfreut über die gelungene Veranstaltung.

Auf Schautafeln wurden einige Höhepunkte in der 50-jährigen Geschichte der CSU Nagel dargestellt.

Einige Momentaufnahmen und herausragende Ereignisse wurden durch Fotos und Kopien dokumentiert, auf dieser Tafel u.a. die Ferienaktionen oder das beliebte Erdäpfelfeuer für Jung und Alt.

Einen interessanten Rückblick ermöglichten die Kandidatenlisten aller Parteien im Gründungsjahr 1960 und bei den folgenden Kommunalwahlen in Nagel.

Die CSU Nagel bedankt sich bei allen Mitgliedern und engagierten Bürgern, die sich für die Arbeit im Gemeinderat zur Verfügung gestellt haben.