Ortshauptversammlung am 14. März 2010 - Themenschwerpunkt "Schule"

Unter das Schwerpunktthema „Zukunft der Schule“ hatte der CSU-Ortsverband Nagel seine Jahreshauptversammlung gestellt.

Bürgermeister Theo Bauer, im Hauptberuf Lehrer und auch stellvertretender Vorsitzender des Schulverbandes, informierte über die Auswirkungen der anstehenden Umwälzungen im Hauptschulbereich auf den Schulverband Tröstau-Nagel und den Schulstandort Nagel. Bereits in wenigen Jahren – für 2013/14 werden 50 bis 80 Hauptschüler im Schulverband prognostiziert – kann die Mindestanzahl von 15 Schülern nicht mehr in allen Jahrgangsstufen erreicht werden. Auch im Grundschulbereich wird es enger: im nächsten Jahr gibt es noch 20 Einschulungen in Nagel, in den Folgejahren kommt jedoch keine komplette Klasse mehr zustande. Hier sind jedoch flexible Lösungen innerhalb des Schulverbandes oder über Kombiklassen möglich. Zum Einwand, dass im Grundschulbereich kleinere Klassen kostengünstiger wären als der Schülertransport, bemerkte Theo Bauer: „Den Transport muss die Gemeinde zahlen.“

Im Hauptschulbereich ist aufgrund der Anforderungen an die künftigen „Mittelschulen“ der Anschluss an einen „Schulverbund“ absehbar und notwendig. Die Schulen werden in den Verbünden selbstständig bleiben, wobei die Zuteilung von Lehrkräften sich allerdings an den Schülerzahlen im Verbund insgesamt orientieren wird. Der Anschluss an einen Verbund ist jedoch die einzige Chance, die örtliche Schule zu erhalten. Die derzeit favorisierten Modelle gehen im Landkreis von 2 Mittelschulverbünden in Selb und Marktredwitz mit Wunsiedel und Tröstau-Nagel aus. Eine weitere Variante sieht auch Wunsiedel als Standort für eine Mittelschule vor. Für Nagel-Tröstau ist Abwarten angesagt, da Weichenstellungen eher aus den Bereichen Kirchenlamitz, Arzberg oder Ebnath erfolgen werden. Für die Gemeinde Nagel kann gesagt werden, dass mit der Sanierung des Schulgebäudes die Hausaugaben erledigt wurden und die energetische Sanierung der Schulturnhalle mit Sicherheit die Anstrengung wert ist.

Abgeordneter Martin Schöffel wies darauf hin, dass der Landkreis mit seinen klassischen Schulstandorten und speziellen Angeboten wie der „Wirtschaftsschule“ in Wunsiedel schon immer auch für Schüler aus Nachbarlandkreisen attraktiv war. In erster Linie sei es wichtig, dass die Schüler nach Ihren Wünschen gut ausgebildet werden und eine gute Vorbereitung für das Berufsleben erfahren.

Der Selber Oberbürgermeister und Kreisvorsitzende Wolfgang Kreil argumentierte angesichts des gespaltenen Arbeitsmarktes – Mangel an Qualifizierten, zu wenig Stellen für Unqualifizerte – für große Schulen mit den praktischen Angeboten in den Bereichen Wirtschaft, Technik und Soziales und dem möglichen Abschluss mit „Mittlerer Reife“.

Kreil äußerte seinen Unmut, dass der vor der letzten Wahl vorhandene Konsens für den Ausbau der „B 303 alt“ nach nun faktischer Aufgabe der Pläne für eine „B 303 neu“ offensichtlich nicht mehr gilt. Auch aus der Versammlung wurde beklagt, dass Pendler aus Nagel bzw. aus dem Landkreis hier wohl noch Jahrzehnte auf eine Verbesserung hoffen müssen.

Auch in der ärztlichen Versorgung sieht Kreil eine Benachteiligung für unseren Raum. Durch die pauschale Budget-Deckelung für niedergelassene Ärzte seitens der kassenärztlichen Vereinigung führen hohe Patientenzahlen pro Arzt zu Mehrarbeit ohne Bezahlung, die schließlich keiner mehr leisten will.

Ortsvorsitzender Hans Schindler berichtete in seinem Rückblick über vielfältige Aktivitäten. Insbesondere vor den Wahlen zum Europa-Parlament und zum Deutschen Bundestag hatten die Nagler Bürger Gelegenheit, ihre Kandidaten bei Veranstaltungen vor Ort zu treffen und anzusprechen. Bei beiden Wahlen konnte die Nagler CSU ihre Stellung als CSU-Hochburg im Landkreis Wunsiedel und in Hochfranken untermauern.

Am Beginn der Versammlung stand das Gedenken an den stellvertretenden Vorsitzenden, JU-Vorsitzenden und Gemeinderat Markus Daubner, der vor kurzem verstorben ist. Der Ortsverband verliert mit ihm eine aktive Kraft, Hoffnungsträger und jederzeit verlässlichen guten Freund.